Der wahre Wert der Möhre. Solidarische Landwirtschaft in Berlin Gatow

8. September 2017

Vor acht Jahren gab es in ganz Deutschland nur zwei solidarische Landwirtschaftsbetriebe, heute sind es mehr als hundert. Grundgedanke ist, Lebensmittel in Gemeinschaft zu produzieren. Das heißt auch: harte Arbeit auf dem Feld. Ein Beispiel aus Berlin-Gatow.

„Ja, man nimmt die Pflanze, gibt ihr diese Dämme und in die pflanzt man die ein und dann gibt’s diese Schnüre, da muss man die Pflanzen dann vorsichtig festbinden, damit die dann auch hochwachsen. Und es ist ziemlich warm hier drin.“

Draußen dagegen: Temperaturen kaum über fünf Grad – es ist eines der kältesten Frühjahre, die es je gab. Für die, die hier im Schutz der weißen Plastikplanen auf den Knien rutschen und Setzlinge in die Erde stecken, kein Problem.

„Ich bin Leonie Umbach und pflanze Paprikas ein und danach gleich noch Chillis hier im Gewächshaus.“

Heute, am Samstag, sind die Teilnehmer da. Sie arbeiten mit, ähnlich wie Saisonarbeiter: Nur dass ihnen die Ernte schon zur Zeit der Aussaat gehört. Sie haben sie mit ihrem Beitrag gekauft.

„Beim Paprika-Pflanzen muss man erst mal das Gewebeband, was jetzt keine Plastikfolie ist, wie beim Spargel, sondern ein mehrjährig verwendbares Gewebeband, das muss man erstmal ein bisschen einschneiden, dann wird die Paprika da reingepflanzt, und das hat halt den Vorteil, dass a) das Unkraut nicht hochkommt, und dass die Feuchtigkeit gehalten wird und dann wächst das Ganze viel schneller und besser.“

Mit einem kurzen Messer schneidet Leonie Umbach ein Loch in die Folie …

„So, die stopf ich dann jetzt da rein. In das Loch, das ich vorher da drin gebuddelt hab. Zack. Und dann steht die da und in ein paar Wochen ist die dann bei mir in der Gemüsekiste.“

Die Kiste: Sie kommt viermal im Monat ins Haus. Mit dem, was die Teilnehmer der solidarischen Landwirtschaft Speisegut selbst gepflanzt, gegossen, gejätet und am Ende geerntet haben. Hier in Gatow, einem Dorf im Berliner Stadtgebiet, jenseits von Havel und Wannsee, bestimmten die Felder und das Gewächshaus des gemeinschaftlich betriebenen Hofes das Ortsbild.

„Wie die meisten hier sind wir Teil dieser solidarischen Landwirtschaft Speisegut.“

Landwirtschaft kann auch romantisch sein

Insbesondere, wenn die Teilnehmer gebeugt an ihren Beeten stehen, erinnert das Darstellungen aus dem 19. Jahrhundert, als Landwirtschaft noch ein romantisches Bild abgab.

„Das ist ja so organisiert, dass wir in den Depots in der Stadt unser Gemüse einmal die Woche abholen, aber eben auch hier mithelfen, mitmachen, mitentscheiden auch. Genau …“

Solidarische Landwirtschaft: Für die Teilnehmer am Speisegut in Gatow bedeutet das: 70 Euro im Monat kostet das Recht an der Gemüsekiste – damit verbunden ist die Pflicht mitzuhelfen, an mindestens drei Tagen im Jahr – angeleitet von Christian Heymann, dem Initiator des Projekts. Er ist professioneller Landwirt. Viele kommen öfter, als sie müssen – wie Leonie Umbach.

„Je mehr man sich damit beschäftigt, desto mehr kriegt man einfach auch mit, was eben alles nicht läuft, auch bei den großen Biosupermärkten. Und hier weiß ich eben, wo das Gemüse herkommt, wen ich unterstütze und was ich umgehen kann.“

Denn den Preis für ganzjährig billiges Gemüse in unseren Supermärkten zahlen andere: Auf den Plantagen Südspaniens, einem gigantischen Plastikmeer, das vom Weltraum aus zu sehen ist, werden Immigranten radikal ausgebeutet, für 20 Euro am Tag oder weniger.

„Also ich hab jetzt die Pflanzkörbe von draußen reingebracht, damit die Maus nicht wieder rangeht. Weil da war ne Maus und die hat sich die Samen rausgeholt.“

Die meisten Hobbybauern haben Schreibtischjobs

Mungo Yang ist Sozialwissenschaftler. Während er die Schubkarre auf engen Wegen vom Feld ins Gewächshaus balanciert, spielt sein kleiner Sohn in einer Pfütze. Auch Mungo Yangs Mutter ist dabei, um auf den Enkel aufzupassen. Wissenschaftler, Theaterleute, Architekten, Tourismusmanager, Sozialarbeiterinnen – die meisten hier haben Schreibtischjobs.

„Also ich bin seit einem Jahr dabei, jetzt hier zum dritten Mal im Arbeitseinsatz. Ich find das total unterstützenswert, dass man hier auch sieht, wo die Ernte her kommt, dass es einfach regional ist. Näher an zu Hause kann es jetzt nicht sein.“

Selbst für den, der in Berlins Innenstadt lebt: Mehr als 20 Kilometer von der Wohnung bis zur Lauchernte sind es selten. Kaum ein Produkt, das sich regional nennt, kann das bieten. Solidarische Landwirtschaft bedeutet aber auch: All dies in Gemeinschaft tun.

„Wir sind auch ne ganz nette Gruppe. Nachher wird ne kleine Pause gemacht. Also es macht einfach Spaß.“

„Das macht irgendwie den Kopf frei, Und die Gemeinschaft ist auch nett. Also man lernt immer nette Leute kennen. Denen es auch Spaß macht.“

Gemeinschaftssinn ist wichtig

Gemeinschaftssinn ist den Teilnehmern wichtig: Nach der Kartoffelernte wird ein Fest gefeiert, man isst zusammen, verabredet und hilft sich: Durch die solidarische Landwirtschaft entstehen Netzwerke in der ganzen Stadt, die weit über die Feldarbeit hinaus gehen.

Gemeinsam statt einsam: Bei der solidarischen Landwirtschaft wird zusammen im Gewächshaus geackert (Deutschlandradio / Andreas Baum)Gemeinsam statt einsam: Bei der solidarischen Landwirtschaft wird zusammen im Gewächshaus geackert (Deutschlandradio / Andreas Baum)

Der Mann, der das Projekt ins Leben gerufen hat, ist Christian Heymann. An bestimmten Wochentagen ist er in dem kleinen Laden an der Dorfstraße anzutreffen. Es regnet. Heymann ist Landwirt seit 20 Jahren, Initiator von Speisegut und Lebensmittelhändler in Personalunion.

„Unser kleiner Regionalladen. Gibt’s jetzt hier drei Jahre. Die Idee ist hier gar nicht, 100 % Bio zu verkaufen. Sondern wirklich die regionalen Sachen. Aber wenn man sich umguckt, wird man sehen, dass wir hier, ich würd sagen zu 99.9 % tatsächlich Biosachen haben. Das ergibt sich einfach.“

Obst- und Gemüsesäfte, Honig, eigener und solcher anderer Imker, kleine Manufakturprodukte, Marmeladen, Sirup. Bis zur Decke stapelt sich in Kisten das Gemüse: Kartoffeln, Kohl und Lauch von den eigenen Feldern. Aber nicht nur das.

„Da hab ich eben Alkohol gesehen!“

„Ja. Das ist Berliner Brandstifter. Das ist wirklich ein feines Getränk.“

Gin, Wodka und Korn, versetzt mit Blütenextrakten und Kräutern, biologisch. Man kennt die Schnäpse, sagt Heymann, in den guten Bars von Kreuzberg bis New York.

„Wurst gibt’s natürlich auch. Vom Wildschwein, das hier im Dorf läuft.“

„Das heißt, das Schwein wird hier im Dorf erlegt?“

„Genau. Es wird hier in den Rieselfeldern beziehungsweise auf unseren Flächen erlegt. Und wir verarbeiten das dann zum Teil, in Leberwurst oder Mettwurst, genau.“

Nachts pirscht ein Jäger über den Acker

Schwer zu glauben, aber wahr: Nachts pirscht ein Jäger über Heymanns solidarisch betriebene Flächen und schießt. Aber auch die Lämmer der hiesigen Schafherde landen, schonend gepökelt oder im Rauch gereift, in Wurstpellen und Gläsern im Geschäft. Milch zapft sich, wer seine Kanne mitbringt, selbst.

„Jeder, der ein Startup gründet oder macht, weiß nie, ob es funktioniert oder nicht. Natürlich: Essen muss jeder. Das Bewusstsein nach gutem Essen wächst. Mit einem Konzept zu kommen, das noch nicht wahnsinnig weit verbreitet ist, ist es ganz klar, dass man Erfolg haben kann. Bei Lebensmitteln ist das sehr sichtbar. Nur dass wir ein Naturprodukt haben. Es ist die dreckige Kartoffel, nicht die dreckige, die erdige Kartoffel, Es ist die Möhre, die noch krumm ist, die ich nicht im Supermarkt finde oder die Tomate, die eine Nase hat. Damit muss der Verbraucher sich auseinandersetzen, der Kunde, der Teilnehmer, wie wir sie nennen.“

Der Laden läuft, weil es Stammkunden gibt, die Brot, Eier und Salat kaufen, auch im Winter. Heymann legt Wert darauf, dass all dies ohne Subventionen funktioniert – auch dies ein Grundprinzip der solidarischen Landwirtschaft.

„Den wahren Wert der Möhre kann ich nur darstellen, indem ich nicht staatliche Unterstützung erhalte, jetzt sind wir im 5. Jahr und ich hoffe, dass es noch viele weitere Jahre so weiter geht.“

Noch gehen die Gatower lieber in den ortseigenen Discounter, direkt nebenan. Hier kostet ein Radieschenbund 70 Cent, im Regionalladen mehr als das Doppelte. Frisch vom Feld zwar, aber die meisten Anwohner honorieren das nicht. Speisegut ist von seinen Teilnehmern abhängig.

„Die Idee der solidarischen Landwirtschaft ist, dass man sich verpflichtet, ein Jahr die Ernte des Bauern abzunehmen.“

Der Bauer bekommt eine Abnahm-Garantie

Es gibt fast so viele Konzepte solidarischer Landwirtschaft, wie Höfe, die sie betreiben, in Deutschland mehr als hundert. Manche Teilnehmer gewähren ihren Betrieben Kredite und machen sie unabhängig den Banken. Alle aber geben dem Bauer die Garantie, ihm die so Ernte abzunehmen, wie sie ist – zu einem vorher vereinbarten Preis.

In welchem Maß sie auf dem Feld mithelfen müssen, entscheidet der Landwirt, der als Fachmann die professionellen Entscheidungen trifft. Christian Heyman ist das besondere Verhältnis seiner Teilnehmer zum Gemüse wichtig, von dem sie sagen können: Das habe ich unter sengender Sonne geerntet. Oder – wie heute – im Regen.

„Naja, heute. Wir haben im Jahr glücklicherweise selten solche Tage. Wenn es halt so regnerisch ist, dann muss man sich im Gewächshaus beschäftigen. Entweder man muss es aufräumen oder die Tomaten entgeizen. Da werden die Tomatentriebe ausgebrochen, damit die Pflanze mehr Kraft hat und nach oben wachsen kann.“

Am Samstag darauf, wenn die Teilnehmer kommen, scheint die Sonne, Schönwetterwolken am blauen Himmel: Kaiserwetter.

„Das ist ein Kuhtor, dass die das mit der Zunge nicht aufkriegen.“

„Eigentlich ist der Kopf ganz frei. Das ist gut. Ich hab bisher gar nichts gedacht, ganz ehrlich …“

Nicole ist Tänzerin. Auf Heymanns zweitem Feld im Ort, genauso gut mit dem Bus zu erreichen, wird heute Rote Bete ausgesetzt und eingepflanzt – in langen Reihen.

„Wenn man das sieht, wie viel man schafft, also das ist schon schön. Man ist schon stolz, wenn man das sieht. Die Arbeit.“

„Guten Tag! Ihre Hände sind ganz schmutzig. Was haben Sie gemacht?“

„Ja, ich hab eigentlich Handschuhe dabei. Aber meine Tochter, die hat meine Handschuhe geklaut. Dann mach ich das von Hand. Find ich auch eigentlich schön so.“

Stadtkinder lernen, wo ihr Essen herkommt

Das ist ein weiteres, gutes Argument für die solidarische Landwirtschaft. Stadtkinder lernen und begreifen, wo ihr Essen herkommt.

„Kartoffel ausbuddeln, das macht denen Spaß. Und die Johannisbeeren abpflücken. Aber sonst sind die eher, wundern sich halt, das was wächst, aber jetzt so begeistert dabei, bei der Gartenarbeit, noch nicht, aber das kann ja noch kommen.“

Und am Ende kann die solidarische Landwirtschaft von Gatow auf ihre Teilnehmer sogar heilsam wirken.

„Ich arbeite im IT-Sektor, also die ganze Zeit am Schreibtisch und das ist halt eine ganz schöne Alternative. Und ich sage immer: so ne Stunde auf dem Feld, eine Stunde Gartenarbeit ersetzt eine Stunde beim Therapeuten. Ich hab keinen Therapeuten, aber die Erde hier ist, sozusagen… Da werden die Therapeuten arbeitslos. Wenn‘s alle machen würden, vielleicht schon.“

„Dann wünsch ich viel Glück, weiterhin.“

„Dankeschön.“

„Viel Erfolg. Und viel Spaß.“

(Autor und Reporter: Andreas Baum. Zuerst veröffentlicht als Radioreportage bei Deutschlandfunk Kultur)

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Jambo Bwana Siegen is a Shithole

20. Juni 2014

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Meine Freunde lachen immer, wenn sie hören, dass ich am Ende in Siegen gelandet bin.

Aufgewachsen ist Frau M., die studierte Önologin, bei Kapstadt, zwischen Weingütern. Der Mann Deutscher zwar, aber französisch erzogen, das Kind eines EU-Beamten, eine Jugend zwischen den Großstädten der Welt.

Ich könnte umschulen auf Bier, sagt sie, weil das zumindest gibt es hier. Krombacher ist ja schon ein Name.

Geht das, von Wein auf Bier?

Das ist schwer.

Irgendwie ist alles schwer in Siegen.

Vor allem der Verkehr: Um Großstadt zu werden, hat man mehrere Dutzend kleiner Dörfer zusammengefasst. Hat aber nicht funktioniert, zum Großstadtstatus fehlen immer noch ein paar hundert Menschen, weshalb dies genau genommen eine riesige, monströs überformte Kleinstadt ist. Die Mitte ein öder Ort, giftige Grundstücke, die Überreste der Stahlverhüttung. Drumherum die Wohnhäuser. Detroit in Westfalen.

1945 hat in Siegen nur noch jedes siebte Haus gestanden. Die Bomben der Engländer in die engen Täler hinein. Dennoch hat der Krieg die Stadt nicht zerstören können. Es war die Globalisierung, die ihr den Rest gegeben hat. Stahl wird heute in China gekocht, und die Trostgelder fließen vor allem ins Ruhrgebiet, weil da die Probleme noch größer sind.

Die Kinder können nicht mit dem Fahrrad fahren, sagt Frau M., wegen der Berge. Die Busse kommen zu selten und sind immer überfüllt. Mein armer Kleiner, mit der schweren Schultasche und der Bratsche in der Hand in den Bus. Im Vergleich zu Siegen ist Essen ein Traumland: Dort wird Musikunterricht für die Kinder bezuschusst, fast umsonst ist er, der öffentliche Verkehr verfügbar und billig. Dort gibt es zwar auch keine Arbeit. Aber man tut etwas, damit die Leute bleiben. Essen wäre ein Schritt nach vorne.

Frau M.s Mann hat sich von Zeitvertrag zu Zeitvertrag gehangelt, Ingenieur, internationale Projekte, bis die Verträge immer kürzer wurden, so kann man nicht leben, wir wollten eine Familie gründen. Dann das Haus mit dem schönen Wintergarten, der Wald zum Greifen nah. Wir haben nicht lange gezögert.

An den Wänden die Dinge aus Afrika, Stoffe, Masken, Musikinstrumente, Handschmeichler, Kuscheltiere, Trinkgefäße.

Wir sprechen fünf Sprachen, jeden Tag, Englisch, Deutsch, Französisch, Afrikaans und Portugiesisch. Afrikaans ist wie Holländisch. Nur älter.

Wenn ich nach Holland fahre, kann ich mich nach 30 Minuten unterhalten.

Aber Holland ist weit. Weiter noch als Essen.

Nichts davon stimmt, aber alles ist wahr

24. Februar 2014

Larissas neuer Roman ist erschienen.

Schönhauser Allee

3. Juli 2013

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Auf der Höhe der Cantian, wo die Schönhauser so laut donnert wie sie kann, habe ich vor Jahren mal das tragische Ende eines Überfalls beobachtet. Es muss in den frühen Neunzigern gewesen sein. Zwei Bankräuber flohen aus Richtung der Danziger kommend, die damals noch nach Dimitroff hieß, mit einer weißen Plastiktüte, die der eine mit der Faust zusammenkrallte, wie man einen Sack frisch geborener Katzenbabies hält, wenn man sie ersticken will, zwei dünne junge Männer in billigen Jeansanzügen, in ihrem Blick eher Trauer als Angst. Auf dem Dreieck, das entsteht, weil die Cantianstraße in spitzem Winkel auf die Schönhauser stößt, versteckten sie sich unter niedrigen Bodendeckern, Eiben vielleicht oder Kiefern. Ein einziger Polizist verfolgte sie, leicht dicklich, er hielt mit der einen Hand die Dienstmütze fest, mit der anderen seine Pistole an der Hüfte. Er hatte es nicht sonderlich eilig. Gleich mehrere Passanten zeigten ihm, wo sich die Räuber versteckt hatten. Er schaute unter die Büsche und zog nicht einmal jetzt den Revolver. Nach ein paar Minuten hatte er die Diebe gefasst, er führte sie wie zwei dumme Schuljungen ab, ohne Handschellen, widerstandslos. Die beiden haben mir sehr leid getan. Ich habe mich gefragt, wie viele Jahren sie wohl ins Gefängnis mussten für so einen schrecklich schlecht geplanten, wahrscheinlich nach spontanem Entschluss katastrophal unprofessionell durchgeführten Überfall.
Es muss zur gleichen Zeit gewesen sein, als vor dem Supermarkt ein paar Häuser weiter eine junge Frau mit ihrem Kind saß, einfach so, ohne zu betteln, in weiten Kleidern, vielleicht eine Roma, vielleicht auch nicht, und die Kunden empört den Marktleiter auf die Straße holten und von ihm verlangten, die Polizei zu rufen. Der Marktleiter sträubte sich, kratzte sich am Hinterkopf und sah sich die Sache genauer an. Was liegt gegen die Frau denn vor, fragte er die Umstehenden. Nichts, sagte einer er Kunden, das ist es ja gerade.
Heute wird auf dem Dreieck eines der Millionärshäuser gebaut, mit Blick auf den Sportplatz, komplett verkauft vor dem ersten Spatenstich. An dieser Ecke hat sich zumindest optisch noch das grobe Weichbild der neunziger Jahre erhalten, das Stadion, die gelbe Tram, die Hochbahn, die Unaufgeregtheit.
Als ich hier anhalte, um meinen Fahrradreifen aufzupumpen an einer der Luftstationen der Radgeschäfte, höre ich einen Mann sprechen, er ruft in sein Telefon, ich kann ihn nicht sehen, weil er noch zu weit weg ist, aber seine Stimme ist so eindrücklich, sie hat meine ganze Kindheit begleitet, da schimpft einer ins Telefon, der feine Herr Landsberg, ruft er, dann soll der feine Herr Landsberg eben mal seine Post lesen, der feine Herr Landsberg, ist mir doch egal, wenn er nichts mitbekommt – da steht Ilja Richter und telefoniert.
Mit der gleichen Stimme, Licht aus, Spot an, Disko 77, Disko 78, der jugendliche Liebhaber aus den Aufklärungsklamotten, Ilja Richter, und telefoniert mit seinem Anwalt. Mit seinem Bart sieht er in etwa so alt aus, wie er inzwischen sein muss. Als er näher kommt, sieht er, dass ich ihm zuhöre, er hält die Hand vor die Muschel. Ich reagiere so, wie ich immer reagiere, wenn mir im Prenzlauer Berg Prominente begegnen. Ich tue so, als kennte ich sie nicht.

Eine Reise in den Iran

3. Juni 2013

Blade Runner

12. Mai 2013

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Bei einem der vielen Umzüge, von einer Wohnung, die plötzlich zu klein geworden war, nachdem sie zwischenzeitlich viel zu groß gewesen ist, in eine andere, die nur kurz geräumig genug schien, um dann wieder weit unter ein erträgliches Maß zu schrumpfen, heute aber wieder viel zu groß ist,  fiel mir das Buch wieder in die Hand, das ich Mitte der neunziger Jahre an einem Stand vor der mexikanischen Universität UNAM gekauft hatte – ein Essayband amerikanischer und europäischer Autoren, die sich alle nur mit einem Thema beschäftigen: Dem Film Blade Runner, der ein gutes Jahrzehnt zuvor, nach einem Krieg um die endgültige Fassung, in die Kinos gekommen war, und seitdem rund um die Welt das Denken beeinflusste. Blade Runner hatte, vielleicht ohne es zu wollen, ein  Erdbeben ausgelöst, und die Erschütterung war immer noch gut zu spüren, als ich das Buch fand. Es war, als wäre eine ganze Generation schwer atmend aufgewacht aus einem dieser rätselhaft realistischen Träume am frühen Morgen, um festzustellen, dass der  Mensch, der sich selbst dabei zusieht, wie er nachdenkt über sich,  schon immer man selbst gewesen ist.

Blade Runner ist ein Film über uns und unsere Apparate. Irgendwann im Laufe des 20. Jahrhunderts haben wir verstanden, dass, wenn wir sterben, all die kleinen mechanischen und elektronischen Helfer, die wir uns geschaffen oder angeschafft haben, einfach weiter leben werden – ein mehr als deprimierender Gedanke. Unsere Rechner werden weiter klaglos arbeiten, unser Fernseher wird weiter Elektronen emittieren und schlechte Spiele-Shows, es wird das Internet geben, Datenbrillen und Single Speed Räder, Massagesessel und den Mikrowellengrill. Das Objekt überdauert den Menschen, und  macht ihn damit zum Gespött. Dies umso mehr, wenn Künstler, Wissenschaftler, Architekten und Sterneköche versuchen, das eigene Ich durch Bilder, Formeln, Lampen oder Saucenrezepte ins Unendliche zu verlängern. Nach seinem Tod verhöhnt das Werk seinen Schöpfer, es gleicht einem aufgezogenen trommelnden Affen, der weiter zuckt und weiter trommelt, während der Autor zu Staub zerfällt.

Es klingt beängstigend logisch, dass sich der Schaffende der Zukunft von dieser Paradoxie befreit haben wird und der Krone seiner Schöpfung, dem mechanischen Menschen, ein Verfallsdatum eingebaut hat, nach dem Osram-Prinzip, demzufolge Glühlampen nicht länger brennen dürfen als 1000 Stunden: Nach vier Jahren ist auch die Replik des Menschen am Ende – ob sie will oder nicht, und wie wir schon vor diesem Film geahnt haben, will sie nicht.

Game over, Reklamationen sind zwecklos, ein Update gibt es nicht, damit kann der kreative Mensch niemals zufrieden sein, denn wenn ihm der Automat gelungen ist, ist er ihm ans Herz gewachsen, mal wie ein trauriges Kind, dem man im Restaurant ein Almosen gegeben hat, mal wie ein viel zu junger Lover, von dem wir wissen, dass er nicht zu uns passt, und von dem wir doch nicht lassen können. Die Maschine, die Rick Deckert liebt (ungeachtet der Frage, ob er selbst eine ist), hat kein Ablaufdatum, jedenfalls keines, das bekannt wäre. Sie herzustellen, war illegal, sie zu lieben, ist unverzeihlich, beide müssen fliehen, in ein Land irgendwo da draußen, außerhalb von jeder Ordnung, was bleibt, ist nur das Dilemma: Stirbt sie nicht, ist sie kein Mensch. Stirbt sie doch, bin ich allein. Nie geboren zu sein, wäre daher vielleicht die höchste Gnade. Aber wer will das schon.

Nur wenige wissen, dass es einen Mann gab, der das Problem auf Ebene der Raumbeleuchtung lösen konnte. Dieter Binninger hieß er, ein Uhrmacher, wie der Automatentüftler J.F. Sebastian in Ridley Scotts Film. Er ersann in den siebziger Jahren eine Ewigkeitsglühbirne, mit einer Lebenszeit von 150.000 Stunden, das sind 17 Jahre. Exakt die Hälfte dieser Zeit, also achteinhalb Jahre, nachdem Blade Runner in die Kinos kam, starb Binninger 52jährig,  am 25. März 1991, beim Absturz eines Privatflugzeuges nördlich von Helmstedt. Die Unfallursache wurde nie gefunden. Nur sieben Tage später fand das Leben eines seiner einflussreichen Förderers ein jähes Ende. Detlev Rohwedder, der Chef der Treuhand, wurde am 1. April 1991 von Unbekannten erschossen. Sein Plan, die Ewigkeitsglühbirne auf dem Gebiet der ehemaligen DDR produzieren zu lassen, blieb unverwirklicht.

Ich habe Dinge gesehen, sagt der Replikant Roy Batty, die ihr Menschen nie glauben würdet. Gigantische Schiffe, die brannten, draußen vor der Schulter des Orion. Ich habe C-Beams gesehen, glitzernd im Dunkeln, nahe dem Tannhäuser Tor. All diese Momente werden verloren sein in der Zeit, wie Tränen im Regen: Zeit – zu sterben.

Amtrak

16. Februar 2013

I have to go to Paris

Das Speisewagenpersonal macht keine Ausnahmen: Sie werden platziert, ganz wie früher, wer frühstücken will, muss an einen Tisch. Draußen zieht mit majestätischer Langsamkeit die Prärie vorbei, ein erkalteter Vulkan, Fichten, von denen der nasse Schnee tropft, rote Erde, halbgefroren eingeschneite Berge, gelbes Gras, kein Mensch scheint hier seine Spuren hinterlassen zu haben, eine Landschaft wie ein Versprechen: Es ist genug für alle da. Der Kellner bringt Eier und Orangensaft, und Brot und eingelegten Obstsalat und Kaffee soviel man will, nicht schlecht für sieben Dollar, sagt Rick, der mir schräg gegenüber sitzt. Tätowiert bis unter den Kehlkopf, Ketten aus Leder mit Perlen aus Halbedelstein, mein Volk heißt Mexican Comanche, sagt er, weil es aus New Mexico kommt, ursprünglich. Er fährt nach Norden, um seinem Onkel zu helfen, medizinisches Marihuana anzubauen, jetzt, wo das legal ist, aber sie gucken drauf, jede Pflanze wird registriert, nicht mehr als 12 bis 15 weibliche, nicht mehr als drei männliche pro Saat. Drei Gewächshäuser pro Lizenz, mehr nicht. Alle paar Wochen kommt einer vom Amt und zählt, am Ende wird gewogen. Und wenn du deine versteckten Plantagen in den Bergen nicht aufgibst, und sie kommen drauf, bist du raus, ohne lange Diskussion. Im Salonwagen kann, wer will, unter dem verglasten Zugdach sitzen, die Fahrt von San Diego über Los Angeles, San Francisco und Portland nach Seattle dauert dreieinhalb Tage, es fährt mit, wer muss, weil ihm die 35 Dollar, die er  spart, weil er nicht fliegt, wichtig sind, Touristen, denen es nur um die Ausblicke geht, oder wer die Zeit hat. Rentner legen Patiencen, Alkohol wird erst ab neun verkauft. Die meisten nennen mich Dr. Rock, erzählt Rick jetzt, weil ich auf 100 Meilen der Fachmann bin für Steine. Ich kaufe sie und sammle sie, ich weiß, wer sie arbeiten kann, und ich schätze sie. Wenn einer einen Halbedelstein findet, kommt er zu mir, und ich sage ihm, was er wert ist. Im letzten Winter habe ich mir ein Buch über Meteoriten gekauft und im Herbst, als ich gerade im Reservat bei meinen Kindern bin, und ich gehe, weil es September ist, nachschauen, ob schon Perlhühner da sind, für die Jagd, da leuchtet über mir ein Meteorit, mit einem Schweif, und es knallt, wie ein Jet. Wenn das nicht das Gesetz der Attraktion ist: Erst lese ich über Sternschnuppen, dann platzt eine über mir. Zwei von den Alten sind nachher zu mir gekommen mit Metallbrocken und wollten wissen, was sie wert sind. Ein Meteor kann gut und gerne 2000 Dollar bringen, hab ich ihnen gesagt, aber sie haben mir nicht geglaubt. Manche Menschen wollen nicht dazulernen.

Rick will wissen, ob die Stücke aus der Berliner Mauer, die im Internet angeboten werden, alle echt sind, und ob man in Deutschland immer noch Strafe zahlen muss, wenn man am Sonntag die Wäsche raushängt, er war fünf Jahre lang GI in Würzburg und kann immer noch „Ich liebe dich von ganzem Herzen“ sagen. Rick ist gerade fünfzig geworden und hat sieben Enkel, die er heute alle sehen darf, früher war das nicht so, bevor ich nüchtern geworden bin, haben sie mich nicht zu ihnen gelassen. Heute kann die Kleinen zu mir nehmen, wann ich will. Die Bilder seiner Enkel hat er im Telefon eingespeichert und er zeigt sie im Wagon herum, guckt doch mal, wie weiß die sind. Ich bin fast schwarz, und die sind weiß. Dauert nicht mehr lange, dann sind wir alle weiß! Der Kellner schaut sich die Bilder an und ist sich nicht sicher, ob er mitlachen darf. Well, sagt Rick, als er fertig ist, that’s my story.

Wir kennen das nicht, fange  ich dann wieder an, Landschaft so weit du gucken kannst und kein Mensch hat das Land je angefasst. Naja, kein Mensch, sagt Rick. Nicht ganz. Und bestellt die Rechnung. Und lächelt dabei.

Herbst in Peking

3. Dezember 2012

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Vor dem Anflug geht es stundenlang über schneebedeckte, eisige, zerkratzte Landschaften, völlig menschenleer, und nur ganz selten zeigt eine schnurgerade, durch den Schnee gezogene Spur, dass dieses Land bewohnt sein muss. Ganz plötzlich dann, dreißig Minuten vor der Landung, wird die Erde grün, über die spitzen Bergrücken windet sich ein fadendünner Wurm, die Große Mauer. Schon vor Jahrtausenden gab es hier ein Reich zu verlieren. Das Flugzeug sinkt. Hingeworfen wie Spielfiguren die Millionenstädte, manche keine zehn Jahre alt, mit Namen, die wir uns nicht merken werden. In der Mitte das Kraftwerk, rundherum Hochhäuser, an der Autobahn wird noch gebaut.

Am Airport fährt ein Zug ohne Fahrer ein, das eigentliche Flughafengebäude ist Kilometer entfernt. Der Weg in die Stadt dann ist praktisch unpassierbar: Peking boomt, und der Verkehr steht. Die Autofahrer nuckeln nervös an ihren teegefüllten Plastikflaschen. In den leeren Bäumen am Straßenrand die gleichen grauen Krähennester wie zu Haus vor meinem Fenster. Zwei Stunden dauert die Fahrt in die Innenstadt. Vor der Botschaft salutiert ein chinesischer Elitesoldat, jede Geste ist einstudiert, der wache Blick von rechts nach links, der gemessene Schritt zur Schranke, die Armbewegung, die uns sagt, dass wir passieren dürfen. Im Lichthof des Gebäudes wird ein Weihnachtsbaum geschmückt, die Fichte stammt aus den Ebenen der Mandschurei. Der Botschafter eröffnet zur Stunde eine Kunstausstellung in der Innenstadt. Peking hat heute so viele Künstler wie New York in den Siebzigern, wussten Sie das? Auf dem Tisch steht Kaffee und Orangensaft.

Willkommen in China, sagt der Attaché mit sanfter Stimme. Niemand wird Ihnen hier Steine in den Weg legen. Aber bitte überfordern Sie Ihre Gesprächspartner nicht.

Carlos Fuentes ist tot

9. Juni 2012

Meine erste Begegnung mit ihm und seiner Prosa  gibt meinen Alpträumen bis heute Personal und Handlung, denen, die im Dunklen und bei halboffenen Augen geträumt werden: Aura – eine Novelle.

In einem alten Haus in Mexiko Stadt, in dem fast immer Nacht herrscht, weil es von allen Seiten mit  Hochhäusern zugebaut worden ist, lebt eine alte Frau mit ihrer jungen Nichte. Ein Hauslehrer wird angestellt, um die Memoiren des 60 Jahre zuvor verstorbenen Ehemanns der Alten zu ordnen und neu zu schreiben – ein ehemaliger General der französischen Interventionstruppen in Mexiko. Im Hof des Hauses werden fremdartige Nachtschattengewächse gezüchtet, der Tisch wird stets für vier Personen eingedeckt, obwohl nur drei zu sehen sind, und schnell wird der Hauslehrer der jungen Nichte – Aura – hörig und besessen von der Vorstellung, sie aus den Fängen der Alten zu befreien.  Zu spät bemerkt er, dass die junge nur eine Marionette der  alten Aura ist, und am Ende, als es für eine Flucht längst zu spät ist, entdeckt er,  dass  auch er  ein Teil des Zaubers ist oder immer war, als er in den Unterlagen des toten Generals 80 Jahre alte Fotos findet – von sich selbst.

Aura erzählt davon, dass wir nur in unserem Tagesbewusstsein zeitliche Wesen,  in Wirklichkeit aber alles  gleichzeitig sind: Alt und jung, hier und dort, schön und hässlich, krank und gesund, einsam oder mit anderen.

Carlos Fuentes ist tot.

Stopp alle  Uhren. Kapp das Telefon
Gib dem Hund seine  Knochen, damit  er nicht bellt
Die Klaviere schweigen und die Trommel schlägt ihren dumpfen Ton
Jetzt – bring den  Sarg heraus.

Lass Flieger hoch am Himmel jammernd kreisen
Und weiß auf blau die Nachricht schreiben: Er ist tot!
Die Tauben haben  weißen  Krepp um ihre Kragen,
Und lass die Straßenpolizisten schwarze Handschuh tragen:
Er ist tot.

(Nach W.H. Auden: Funeral Blues)

Eshkol Nevo – dann lieber die Sehnsucht

27. März 2012

Der israelische Schriftsteller Eshkol Nevo hat sich gleich zwei Abende frei genommen, um der israelischen Auswanderergemeinde in Berlin Rede und Antwort zu stehen. Anlass ist die Aufführung eines Theaterstücks, das auf einem seiner Bücher basiert, den „Vier Häusern und einer Sehnsucht“, im Original Arba Batim vegagua – Homesick heißt das Stück, nach dem englischen Titel, der den Geist des Romans am besten benennt. In einer Siedlung zwischen Tel Aviv und Jerusalem leben Familien, Liebespaare, Kinder, ein Junge hat seinen großen Bruder im Krieg verloren und verliert nun noch die Aufmerksamkeit der Eltern, die in einem Meer von Trauer versinken, ein Student verliert das Interesse an seiner Freundin und verliebt sich in die Frau seines Vermieters, die genauso alt ist wie er, Mitte 20, aber schon mehrere Kinder hat, ein arabischer Landarbeiter dringt in eines der Häuser ein, nicht um es zurück zu verlangen, sondern um den Familienschatz aus einem Versteck zu holen.

Wir wissen nicht einmal, wo unsere Grenzen sind, sagt Eshkol Nevo während der Diskussion nach dem Theaterstück, und das Publikum folgt jeder seiner Bewegungen mit den Augen. Die meisten die hier sind, haben Israel verlassen, aus den bekannten Gründen: Ein normales Leben zu führen, als wäre das zuviel verlangt, wird ihnen versagt. Und Eshkol Nevo pflichtet bei: Überleben ist nicht genug. Wir wollen mehr. Dass das schlichte, unangefochtene Normalsein, ohne behelligt zu werden von Krieg, Existenzangst und Gruppendruck, heute für Israelis in Berlin leichter ist als in Tel Aviv und in Jerusalem, ist ein Paradoxon. Trotz der ganzen Sehnsucht.

Eshkol Nevo ist der Enkel von Levi Eshkol, dem Ministerpräsidenten während des Sechstagekrieges, in seiner Regierungszeit wurden zum ersten Mal diplomatische Beziehungen zu Deutschland aufgenommen. Eshkol Nevo spricht davon, dass Wir es sind, die dieses Land verändern müssen – Israel, mit und ohne Zelte. Wir haben dieses Land wiedergefunden. Wir haben eine alte Sprache, die tot war, wieder zu Leben erweckt. Dieses Wir wird wie ein leuchtendes Zeichen über ihm, stünde er jetzt auf und würde losgehen, die meisten würden ihm und diesem Wir folgen – nach Hause.


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