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Ein Schriftsteller verteidigt seinen Ruf – Eine der möglichen Wahrheiten zum Plagiatsskandal in der Berliner Charité

17. Dezember 2010

WAHRHEIT UND FAELSCHUNG by Die kleine Reise

Der Schriftsteller Falko Hennig hat es nicht leicht: Erst nimmt er – vielleicht, um einem Freund aus einer Notlage zu helfen, vielleicht auch aus finanziellen Erwägungen – einen Auftrag als Ghostwriter an – für wenig Geld und noch weniger Ruhm soll er die 300-jährige Chronik der Berliner Charité zusammenstellen, die eigentlichen Autoren sind überfordert, Hennig soll retten, was zu retten ist. Das Großkrankenhaus sagt ihm zu, eifrig Texte zuzuliefern, die er dann nur noch zusammenzufügen und ihnen mit geübter Hand den letzten Schliff zu geben hat. Als diese Zuarbeiten dann aber ausbleiben, sieht sich Hennig, um den Vertrag zu erfüllen, gezwungen, seinerseits Ghostwriter zu engagieren – die dann, die Zeit drängt, großzügig aus vorhandenen Büchern abschreiben, ohne dies zu kennzeichnen. Die Fahnen werden gedruckt, ohne dass Hennig Einfluss nehmen kann. Nach dem Druck zieht die Charité das Buch wieder zurück und beschuldigt ihn, der das Projekt eigentlich retten sollte, des Plagiats. Wenn die Auftraggeber vor Gericht gewinnen, muss er 30.000 Euro zahlen – das würde Hennigs Privatinsolvenz bedeuten. Ein Schriftsteller rechtfertigt sich – ein Gespräch mit Journalisten im Berliner Café Einstein soll seinen Ruf retten.

Das war die kleine Reise, Beschwerden bitte hier: Beschwerdebuch


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