On Ibn Gabirol


Da plötzlich: Bombenalarm! Gerade hat die Kellnerin das üppige Frühstück auf den Tisch gestellt, da geht der Dienstmann durch die Reihen und sagt mit sanfter Stimme: Bitte verlassen Sie diesen Bereich. Setzen Sie sich rein. Wir haben vor dem Geschäft gegenüber ein verdächtiges Päckchen gefunden – und in der Tat: Eine braune Papiertüte steht ganz allein vor dem Parfümgeschäft auf der anderen Straßenseite. Vielleicht sind wir in drei Minuten tot, denke ich sofort, aber alle anderen scheinen nicht im Geringsten beunruhigt zu sein. Man schlurft in aller Seelenruhe mit der Kaffeetasse hinein – so als würde Regen drohen oder Wind: Auch als der behelmte und dick gepanzerte Bombenentschärfer mit gespreizten Armen und Beinen, wie Hulk in oliv, vor Panzer kaum laufen könnend, auf die Papiertüte zustapft, und sich mit seinen feinen Instrumenten hinter dickem Glas ans Werk macht, ist das kein Grund für die Gäste, nervös zu werden oder nur das Gesprächsthema zu wechseln. Wir haben uns daran gewöhnt, sagt Adis Mutter. Und als ich dann entgegne: Aber wenn das einen Bombe ist…, antwortet sie nur: Dann iss halt noch so viel du kannst vom Frühstück. Wenn du stirbst, dann wenigstens nicht, ohne gegessen zu haben.

Was schreckt, ist nicht der Schrecken, sondern dass der Schrecken nicht mehr schreckt…

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