Kosmos Essen: Israeli Cuisine


lo rotzim lo tsarich

Israelische Küche gibt es nicht! – ist das Diktum von Ronnit Penso, ausgerechnet jener israelischen Sterneköchin, die ihren Ruhm der weltweiten Verbreitung dieser regional und kulturell so schwer einzuordnenden Israeli Cuisine  zu verdanken hat. Es gibt allerdings mehrere Regeln. Erstens: It doesn’t always have to be kosher. Erstklassige Küche kann weder, sagt jedenfalls Ronnit, auf Meeresfrüchte verzichten, noch auf hier da ein kleines Stückchen Schweinefleisch. Und schon gar nicht kann, wer edel kochen will, zu jeder Zeit darauf achten, dass Milchiges und Fleischiges in der Küche und auf dem Teller ganz und im Magen durch eine Karenzzeit von sechs Stunden voneinander getrennt ist. Im Gegenteil: Milch, Käse, Sahne und Joghurt gehören zum Fleisch. In der Bibel, sagt Ronnit, stünde es auch gar nicht so, wie es heute allerorten eingefordert werde, es gebe zwar das Verbot, das Lamm in der Milch der Mutter zu garen, alles andere aber sei nachträgliche Übererfüllung eines ohnehin hygienisch gemeintes Ratschlages. Schmackhaft und koscher geht also meistens nicht zusammen, was allerdings vor allem Ronnits Meinung ist, der Autor dieser Zeilen hat gegenteilige, nämlich sehr positive Erfahrungen gemacht und verweist zum Beispiel auf das koschere Frühstücksbuffet des orthodox geführten Novotel in Jerusalem. Zweite Regel: Almost everything goes – das Zusammenleben von Einwanderern von fünf Kontinenten führt zu einer fast unendlichen Variantenfähigkeit des zum essen Gereichten, in kleinen Schälchen, zum Dippen auf den Tisch gestellt, vereinigt sich Osteuropäisches – Eingelegtes, Fischiges oder Gebackenes spielend mit Orientalischem – meist auf Kichererbsen Beruhendem. Dritte Regel: Try this at home. Restaurants bieten in der Regel nur einen müden Abglanz des in der heimischen Küche hervorgebrachten, und bei Mutter schmeckt es sowieso immer am besten, so sagt es die Penso – aber auch hier muss die Möglichkeit einer zweiten Meinung zugelassen werden. Denn a) können es auch isaelische Väter recht gut, was noch zu beweisen sein wird, und b) werde ich den Verdacht nicht los, dass Ronnit diese Regeln so nicht formuliert hätte, würde sie heute noch in Vermonter Restaurantküchen vor sich hin tüfteln, jetzt aber, da sie Kochbücher schreibt und verkaufen will, passen ihre Verdikte wieder ganz gut. Vierte Regel: Never eat alone. Der Zauber der israelischen Küche entfaltet sich erst ab einer Esseranzahl von fünf. Sieben oder neun sind besser. Einzige typisch israelische Komponente der israelischen Küche: Der Ben-Gurion-Reis – eine Erfindung aus der Gründerzeit Israels, als man einerseits viele Einwanderer aus reisverzehrenden Ländern zu sättigen hatte, andererseits aber mit Handelsboykotten ebendieser Länder konfrontiert war und feststellen musste, das weder Galiläa noch der Negev geeignet sind für Reisanbau in großem Stil. Die Lösung war und ist, aus Weizenmehl Reiskörner zu formen, um das herzustellen, was bei uns ganz schlicht Reisnudel heißen würde.

Advertisements

Schlagwörter: , , , , ,

Eine Antwort to “Kosmos Essen: Israeli Cuisine”

  1. Heidi Says:

    chice Seite!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: