The Beach


Die beste Zeit am Strand ist die am frühen Morgen. Die lauten Bars sind noch geschlossen, weiße Plastikstühle liegen verloren und ungeordnet im Sand, die See ist ruhig und glatt und ändert die  Farbe mit der aufgehenden Sonne, erst ist sie schwarz, dann grau, dann rosa, dann tiefrot, dann lila, dann blau. Das Wasser ist kühl, aber nicht zu kalt, wer in Deutschland im Juni schwimmen kann, kann es hier das ganze Jahr. Obgleich die Gefahr besteht, dass Israelis, wenn sie im Dezember einen Badenden am Strand von Tel Aviv sehen, die Polizei rufen, weil sie einen Selbstmordversuch vermuten. In der Regel sind die Wenigen, die es tun, Deutsche oder Österreicher, manchmal nach einer lang durchtanzten Nacht in den Clubs rund um die Allenby. Sektflaschen, Lederjacken, Jeans, Bierbüchsen, der Joint zum Runterkommen: The Beach ist das, was in Berlin und anderswo die Afterhour ist. An dem Surfer-Restaurant im Süden, fast schon in Jaffa, schwimmt jeden Morgen ein Hippie mit Haaren bis zum Po in seiner Kleidung, die er danach in der Sonne trocknen lässt, bevor er schweigend weitergeht, in Richtung Innenstadt. Gleichzeitig sucht ein alter Mann mit hochgekrempelten Hosenbeinen in der Brandung nach dem, was am Tag davor verloren gegangen ist, meistens Geld und Schlüssel.

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